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Widerstand gegen Regelflut

HEV BL
30.01.2024

Wer ein Zimmer vermietet, zum Beispiel für eine Übernachtung, ein paar Wochen oder auch für einen längeren Zeitraum, sieht sich mit einer Reihe von Vorschriften konfrontiert, die bereits beim Bau des Gebäudes einzuhalten sind.

Raumhöhe, Quadratmeterzahl des Raumes, Fensterfläche – alles ist reglementiert. Nur wenn die Bauherren diese Vorschriften einhalten, hat ihr Projekt eine Chance, eine Baubewilligung zu erhalten.

In den Kantonen Zürich und Luzern formiert sich Widerstand gegen diese Regelflut. Unter anderem fordern hier Vertreterinnen und Vertreter der FDP die Abkehr von dieser Praxis. Im Zürcher Kantonsrat wurde unlängst eine parlamentarische Initiative gutgeheissen, welche die Streichung der Vorschrift für Mindestflächen und Mindesthöhen von Wohnräumen verlangt.

Die Argumente für diese notwendige Kursrichtung liegen auf der Hand: Einerseits handelt es sich um überholte Bestimmungen, die innovative Lösungen fürs Wohnen verhindern.

Andererseits bedeuten die in den vergangenen Jahren immer enger gefassten Vorschriften einen Eingriff in den Wohnungsmarkt. Es ist sicher nicht falsch, hier von einer Überregulierung zu sprechen. Nicht zu vergessen ist, dass zu viele Vorschriften Investoren davon abhalten können, in Immobilien respektive Wohnungen zu investieren.

Als Grundsatz muss gelten: Vermieter und Mieter sollen sich einig werden über ein Wohnverhältnis, ohne dass der Staat sich hier zu sehr einmischt. Und am Ende bestimmen Nachfrage und Angebot auch, welcher Wohnbedarf angeboten wird. Es braucht also eine Rückkehr zu möglichst freier Gestaltung des Wohnungsangebotes – ohne die Einmischung der Behörden in Details.

Nicht nur in Metropolen wie New York oder Hong Kong, wo viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben, ist Wohnraumgestaltung ein Thema. Beispiele aus Grossstädten rund um den Globus zeigen, dass es Alternativen zu unserem Wohnangebot gibt.

Da das Platzangebot auch bei uns nicht unbegrenzt verfügbar ist, sind im Baselbiet ebenfalls intelligente und innovative Lösungen gefragt. Denn nicht alle, die ein Zimmer oder eine Wohnung mieten möchten, haben die gleichen Ansprüche. Es gilt also, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Der Hauseigentümerverband Kanton Baselland wird sich dafür einsetzen, dass dieses Thema auch bei uns ernstgenommen und aufs politische Parkett kommen wird.