• Warnsignale aus Hamburg

Warnsignale aus Hamburg

15.02.2021

Hamburg-Nord ist einer von sieben Bezirken der Stadt Hamburg. Diese bewirbt die Gegend mit folgenden Worten: «Von Alsterdorf bis Winterhude – die 13 Stadtteile des Bezirks Hamburg- Nord sind urban, gutbürgerlich, familiär, grün und beliebte Wohngegenden.» Und just in dieser idyllischen Gegend ist nun seit einem Jahr der Bau von Einfamilienhäusern verboten. Ein Haus für sich und seine Familie bauen? Geht nicht mehr. Aus und vorbei. Eine Tatsache, die mittlerweile in ganz Deutschland heftig diskutiert wird.

Die Geschichte dieses Verbots geht so: Vor einem Jahr übernahm mit Michael Werner-Boelz ein Grüner die Geschicke des Bezirks. «Im Bereich Stadtentwicklung soll jede*r bezahlbaren Wohnraum und genügend Grünflächen finden», schreibt er auf der Website seines Bezirks. Und konsequenterweise hat der Mann verboten, dass neue Einfamilienhäuser gebaut werden. Bauplatzmangel, Wohnungsnot, Auslaufmodell, schlechte Ökobilanz sind nur ein paar der Stichworte, die als Grund dafür angeführt werden.

Auf den Mann spielen wäre zu kurz gegriffen. Herr Werner- Boelz setzt mit seinem Verbot nur um, was die SPD und die Grünen in einem Koalitionsvertrag vereinbart haben, berichten deutsche Medien. Und in diesem Papier wurde vereinbart, keine neuen Einfamilienhäuser zuzulassen. Womit das Hamburger Verbot eine nationale Dimension erhalten hat, was nun die Gemüter im ganzen Land erregt. Die Frage lautet: Wird Hamburg- Nord zum Modellfall für Deutschland? Wir wissen es noch nicht. Hamburg ist weit weg. Aber wir sollten die Diskussion mit Interesse verfolgen. Denn wie schon bei der Mobilität wird auch hierzulande in immer mehr Bereichen in Gut und Böse eingeteilt. Das greift zu kurz. Ideologisch motivierte Verbotspolitik ist der falsche Weg. In einer Diskussion sollten Argumente und Ideen gehört werden. Dafür wollen wir uns einsetzen. Um Hamburger Verhältnisse im Baselbiet und in der ganzen Schweiz zu verhindern.