• Runter von meinem Rasen

Runter von meinem Rasen

17.07.2020

Neulich wollte der Premierminister Australiens die Menschen ermutigen, in Immobilien zu investieren. Ein ehrenwertes Anliegen, wie wir uns sicherlich einig sind. Also rief Scott Morrison, so heisst der Premier, die versammelte Presse in einen Vorort von Canberra.

Da stand der Pulk also, auf dem Trottoir einer Vorstadtsiedlung. Die Pressekonferenz wurde live übertragen und Mister Morrison setzte dazu an, die Vorzüge des Wirtschaftspaketes im Allgemeinen und die Renovierung von Häusern im Speziellen zu preisen, als er unterbrochen wurde.

An der Vordertreppe eines Hauses erschien ein Mann. Er habe frisch gesägt, rief der Mann ein wenig verärgert, mitten in die Rede des Premiers. Man solle doch bitte von seinem Rasen runtergehen. Premier Morrison hörte die Bitte und bat sein Trüpplein, den Besitz des Hauseigentümers zu respektieren und von dessen Grundstück zu gehen. Gesagt, getan, das Leben konnte weitergehen. Der Hausbesitzer hatte deutlich gemacht, was auf seinem Grundstück geht und was nicht, und so seinen schönen Rasen gerettet. Mister Morrison konnte seinerseits endlich ungestört seine Botschaften unters Volk bringen.

Man muss in dieser kleinen Anekdote nicht unbedingt ein Gleichnis sehen. Aber ich habe mich ein klein wenig darüber gefreut, wie der Hausbesitzer Sorge zu seinem Besitz getragen und seine Interessen respektvoll, aber doch bestimmt, durchgesetzt hat. Auch gegenüber dem Premier.

Ich wünsche allen Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern noch viele sonnige und vor allem gesunde Sommertage sowie einen schönen 1. August.