• Die Ferien in den Garten holen

Die Ferien in den Garten holen

26.06.2020

Pools boomen – Die Nachfrage nach Pools ist dieses Jahr spürbar höher als in den Vorjahren. DieBaselbieter Gärten verwandeln sich vermehrt in mediterrane Freizeitoasen mit Ferienfeeling.

Lange Zeit war Flaute, und es lief dieses Jahr nicht viel im Geschäft mit den Pools. «Aber eine Woche vor Ostern hat sich das plötzlich geändert», sagt Rolf Richterich von der Poolprofi AG. «Seither werden wir mit Neuanfragen überhäuft.»

Die Pool-Experten aus Laufen, die in der ganzen Schweiz tätig sind, stehen nicht alleine da. Auch die Verkaufszahlen der Schweizer Onlinehändler sind im Höhenflug, wie Ende Mai auf dem Onlineportal «watson.ch» zu lesen war. Galaxus hat in den ersten fünf Monaten des Jahres bereits mehrere tausend Pools verkauft. «Wir haben bis Ende Mai bereits so viele Pools unter die Leute gebracht wie im ganzen Jahr 2019», wird ein Galaxus-­Sprecher zitiert.

Doppelte bis dreifache Menge
Der Grossverteiler Coop schreibt, dass die Nachfrage nach Swimmingpools bei «Coop Bau+Hobby» schweizweit spürbar höher sei als in den Vorjahren. Die Migros Basel spricht auf Anfrage des HEV Baselland von einer «sehr grossen Nachfrage». Im Vergleich zum Vorjahr habe man die doppelte bis dreifache Menge an Pools verkauft. Dies gelte für alle Verkaufsstandorte in der Region.

Um den Zahlenreigen abzuschliessen, kann man auch einen Blick auf die Baugesuche werfen, die für fest eingebaute Pools eingereicht werden müssen. 2015 waren es im Kanton Basel-Landschaft noch 75 Baugesuche. 2019 waren es fast doppelt so viele, nämlich deren 130. Auch dieses Jahr sind bis zum 5. Juni bereits 90 Baugesuche «eingegangen oder wurden bewilligt», wie die Baudirektion mitteilt. Leider gibt es keine statistischen Angaben zur Gesamtzahl der bestehenden Schwimmbäder im Kanton.

Mehr aus dem Garten machen
Ob Aufstellbecken oder Pool mit Gegenstromanlage: Wer behauptet, die Baselbieter Gärten würden zur mediterranen Freizeitoase mit Ferien­feeling liegt tendenziell richtig. Rolf Richterich von den Laufner Poolprofis bestätigt das und fügt an: «Es ist nicht nur der Pool, der im Trend ist. In den letzten 10 bis 15 Jahren steht die Gestaltung des Gartens ganz allgemein hoch im Kurs. Man holt sich die Ferien in den Garten. Das sieht man auch bei der weiteren Gartenausstattung und bei der Bepflanzung der Gärten.» Man erweitert das Wohnzimmer, ein Blick in die regionalen Baucenter, Gartencenter und Möbel­geschäfte bestätigt das.

Am Budget solls nicht scheitern
Der neue Lifestyle mit dem Wasserspass ist nicht preiswert, soll aber am Budget nicht scheitern. Denn es gibt für jedes Portemonnaie und für jeden Garten eine Lösung, die Freude bereitet. Ein preiswertes Aufstellbecken gibt es ab 100 Franken, ein Stahlrohrbecken für die Familie ab rund 500 Franken, und von da weg ist alles möglich. Vom kleinen Sitzplanschbecken bis zum Pool mit 12 000 Litern Wasser Fassungsvermögen gibt es reichlich Auswahl.

Wer sich beim Poolprofi Richterich die Ferien in den Garten holen möchte, muss mit einem Preis ab 40 000 Franken rechnen. Eine stattliche Investition, die sich jedoch in mehrfacher Hinsicht lohnt. Ein professionell eingebauter Pool steigert den Wert eines Hauses, was beim Verkauf eine wichtige Rolle spielen kann. So ein Pool hat auch kein Ablaufdatum und kann, je nach Bauart, beispielsweise mit einer neuen Folie aufgehübscht werden. Wenn es sein muss. Poolbauer Richterich sieht auch einen Trend hin zu kleineren Pools. Dies, weil die Gärten im Gegensatz zu früher kleiner geworden sind und man diese auch anders nutzt. Früher war ein Pool mit den Massen acht auf vier Meter die Standardgrösse. Richterich: «Die Mehrheit der Pools sind mittlerweile zwischen fünf und acht Meter lang.»

Im Coronasommer möchten sich viele Menschen die Traumferien, das Spa-Wochenende oder ganz einfach das Gartenbad zu sich nach Hause holen.

«Leute mit Pool sind glücklich»
Und dann ist da auch die emotionale Komponente. «Leute mit Pool sind glücklich», sagt Rolf Richterich,­ der schon sehr, sehr viele Pools gebaut hat. «Ich stelle das immer wieder fest.» Und das ist wohl der beste Grund, daheim ­einen Pool zu haben.

Patrick Herr

An Baubewilligung denken

Fest eingebaute Schwimmbäder sind immer baubewilligungspflichtig. Sie müssen einen Mindestabstand von 2 Metern von der Parzellengrenze einhalten (§ 57 Abs. 4 Verordnung zum Raumplanungs- und Baugesetz). Mit schriftlicher Zustimmung des Nachbars dürfen sie auch näher an die Grundstückgrenze gebaut werden.

Sollen die Schwimmbäder überdacht werden, ergibt sich je nach Höhe und Fläche der Überdachung ein grösserer Grenzabstand. Je nach kommunalem Zonenreglement zählen Schwimmbadüberdachungen zur baulichen Nutzung. Nähere Auskünfte zu den kantonalgesetzlichen Bestimmungen geben die Mitarbeitenden des Bauinspektorats und zu den kommunalen Zonenrechtsbestimmungen die Bauabteilungen der Gemeinden. Es wird empfohlen, sich im Zweifelsfall bereits in der Planungsphase bei den zuständigen Ämtern über die genauen Bestimmungen zu informieren.

 

Eine Wegleitung zur Einreichung von Baugesuchen für Schwimmbäder findet man bei www.bauinspektorat.bl.ch unter «Baugesuche» / «Planbeispiele» / «Schwimmbad».